Ultramarathon-Lauftreff nördlicher Schwarzwald  Die Taussendfüssler

 

 La 442,195 km Eure & Loir – Heike Christ

 

Ich habe mich erneut an einen Etappenlauf gewagt. Diesmal habe ich mir den „La 442,195km Département Eure & Loir“ in Frankreich ausgesucht. Dank der Übersetzung von Elke Mönch konnte ich dann auch die Ausschreibung lesen. Die Verpflegung war „spartanisch“ ausgeschrieben, mal sehen was mich da erwartete. Der Lauf fand erstmalig statt und ich war dann doch erstaunt wie toll der Lauf  organisiert war. Zu bewältigen war eine Gesamtstrecke von 442,195 km in 7 Tagen. Durchschnittlich sind dies 63 km pro Tag. Die Wegstrecke führte immer wieder sternförmig zur Stadt Chartres. Landschaftlich hat die Region Eure & Loir Getreide- und Maisfelder zu bieten, so weit das Auge reicht. Ich kann euch sagen, Felder rechts, Felder links, dann läufst du 30-40-50km und was siehst du? Felder rechts, Felder links. Auch die zwei kleinen Flüsschen Eure und Loir, die dieser Gegend ihren Namen gaben, waren in der kaum bewaldeten Region, immer mal wieder zu sehen. Gelaufen wurde auf kaum befahrenen Landstraßen. Manchmal führten die Wege durch sehr kleine, alte und verschlafen wirkende Dörfchen. Hey, hier ist absolut der „Hund begraben“. Abwechslung gab es nur wenn man an eines der  vielen kleinen Loire-Schlössern vorbei kam. Täglich gab es genügend und gut bestückte Verpflegungsstationen. Ich habe gefuttert wie ein Pferd und getrunken wie ein Kamel. Bei der derzeitigen großen Hitze wäre ich sonst vermutlich „zusammengeschnottert“. Essen wie ein Pferd war kein Problem, entweder gab es Essen in einem Restaurant oder wieder hatten unseren eigenen Koch. Wow, der konnte kochen!!! Er servierte heimische Gerichte, die oft leckerer waren als das Essen im Restaurant. Dank neuster Technik können wir ja mittlerweile den täglichen Kalorienverbrauch messen. Erstaunlich was da so zusammen kommt. Ich habe in diesen 7 Tagen 28.646 Kalorien verbraucht!!! Die Franzosen sind ein absolut herzliches Volk, auch wenn ich selten verstehe was sie sagen, Gesten mit Händen und Füßen oder ein Umarmung, alles perfekt. Roland Riedel hat zum Glück die Übersetzung beim täglichen Infoaustausch vorgenommen, sonst hätte ich nicht mal gewusst wann ich am nächsten Tag starten muss. Roland und ich sind gemeinsam gelaufen, er hat mich als „Bremserin“ für seinen bevorstehenden Deutschlandlauf benutzt. Das kann ich gut, sowieso wenn es so heiß ist, ich wollte einfach nur durchkommen und das möglichst ohne größere Probleme! Was nicht ganz so einfach war, die Ausfallquote lag bei 25% und bei einigen war sicher auch die Hitze mit schuld. Fazit: Täglich ein „paar Kilometerchen“ laufen, dann duschen, ausruhen und was futtern. Laufklamotten für den nächsten Tag richten, Koffer packen, abends früh ins Bettchen und am nächsten Tag wieder ein bisschen Sport treiben. Aktivurlaub so wie ich ihn mag und das bei einer perfekt organisierten Veranstaltung!!!


Sonntag, 4. Juli 2010 – 1. Etappe Chartres – Chartres – 68 km
Start: 7:30 Uhr, Morgens, kleine Bäche und Seen, Natur pur, ruhige und wunderschöne Dörfer. Mittags, heiß, freies Feld und Landstraßen. Langsam laufen und viel trinken. Profil, sehr abwechslungsreich, rauf und runter. Laufzeit: 8:19.46 Std.

Montag, 5. Juli 2010 – 2. Etappe Chartres – Saint-Denis-les-Ponts – 72 km
Start: 6.00 Uhr. Morgens, schon früh heiß. Freies Feld, selten winzige, verschlafene Dörfer. Mittags zum Glück bewölkt. Profil, nur leicht wellig. Laufzeit: 8:36.44 Std.

 

Dienstag, 6. Juli 2010 – 3.Etappe Saint-Denis-les-Ponts – Brou – 60 km
Start: 6.30 Uhr – 2. Startgruppe. Profil, sehr wellig, fast immer an Landstraßen. Temperatur recht angenehm. „Nur“ 60km in 7:12.27 Std.

 

Mittwoch, 7. Juli 2010 – 4. Etappe Brou – Fontain-la-Guyon – 74 km

Start: 6.00 Uhr – 2. Startgruppe. Die Königsetappe, hatte ein anspruchsvolles Profil. Viele Höhenmeter und noch mehr Sonne. Die Hitze war enorm und durch die Teerstraßen wurde sie fast unerträglich. Langsam werden die Lippen wund, trotzdem, Unmengen trinken. Ich sah aus wie Angelina Jolie, total dicke Lippen, na wenn das alles ist! Laufzeit: 8:57.24 Std.

Donnerstag, 8. Juli 2010 – 5. Etappe Fontaine-la-Guyon – Bailleau-I'Evêque – 56 km
Start: 6.30 Uhr  - 2. Startgruppe. Kaum geschlafen in der Nacht, zu warm und es gibt bei Tag wieder eine Hitzeschlacht. Profil, machbar, 1. Paar Schuhe „runtergeschlürft“. Die Landstraßen fallen seitlich steil ab. Laufzeit: 6:26.13 Std.

Freitag, 9. Juli 2010 – 6. Etappe Bailleau-I'Evêque – Prunay-le-Gillon – 70 km
Start: 5.30 Uhr. Morgens, Nieselregen und dann bewölkt. Nur 1,5 Stunden Sonne und ein leicht welliges Profil. Laufzeit: 7:53.31 Std.

Samstag, 10. Juli 2010 – 7. Etappe Prunay-le-Gillon – Prunay-le-Gillon 42,195 km

Start: 9:00 Uhr. Nach 400km in 6 Tagen, heute steht der Abschlußmarathon an. Von Beginn an Sonne, macht nichts, nach 4:38.45 Std. alles geschafft. FINISHER!!!!!

 

Gesamtergebnis nach 7 Tagen: 442,195 km in 52:04.50 Stunden, 2. Frau, 6. Gesamtplatz