Ultramarathon-Lauftreff
nördlicher Schwarzwald Die Taussendfüssler
Wenn ich als Dichter vom Wald
oder vom Fluß, vom Wiesental, vom Kastanienschatten oder Tannenduft spreche, so
ist es der Wald um Calw, ist es die Calwer Nagold, sind es die Tannenwälder und
die Kastanien von Calw, die gemeint sind, und auch Marktplatz, Brücke und
Kapelle, Bischofstraße und Ledergasse, Brühl und Hirsauer Wiesenweg sind
überall in meinen Büchern, auch in denen, die nicht ausdrücklich sich
schwäbisch geben, wiederzuerkennen .
(Hermann
Hesse)
4. Mönchswasenlauf am 28.02.2010
Anlässlich des bevorstehenden
Rennsteiglaufs hatten Manne und ich (Annette) zu unserem 4. Mönchswasenlauf
eingeladen. Da der Rennsteig bekanntlich mit einigen Höhenmetern aufwartet,
entschlossen wir uns zu einem sprichwörtlichen Simulationsläufchen unter
Einbeziehung aller fiesen Steigungen, die unser Laufrevier aufzubieten hat.
Kurzum, wir holten den Thüringer Wald in den nördlichen Schwarzwald.
Trotz u.a. verletzungs- und
erkältungsbedingter Absagen einiger Läufer (an dieser Stelle euch allen gute
Besserung!), hatte sich ein sehr illustrer Lauftrupp am Treffpunkt eingefunden,
wo die Ostelsheimer Laufwunder besonders stark vertreten waren.
Meine Wetterbestellung beim Universum
wurde pünktlich ausgeliefert. Zwar war es windig, aber die Lauftemperaturen
waren sehr angenehm und es blieb niederschlagsfrei. Sogar die Sonne ließ sich
nach langer Abstinenz blicken!
Frei nach dem Motto „laufen bildet!“
begaben wir uns auf die Spuren Hermann Hesses.
Zunächst nahmen wir über Büchelbronn Kurs auf Stammheim. Nach den beiden
ersten steigungsträchtigen Kilometern folgte auf der Höhe leicht welliges
Gelände. Hier oben war es sehr windig. Nichts für Toupetträger an diesem Tag!
Nach kurzer Schäfcheninventur in
Stammheim ging es nun das Öländerle hinunter. Hier lag ein leichter
Nebelschleier in der kühlen Luft, die die Landschaft in ein ganz besonderes
Licht tauchte. Vorbei an einer Gaststätte mit einer schwarzwaldtypischen Mühle
und einem plätschernden Bächle, das insbesondere für die Damen sehr
harntreibend wirkte. Doch es waren ausreichend junge „Dännsch'n“, oder auf gut
schwäbisch „Tännele“ vorhanden, hinter die frau sich verziehen konnte.
Weiter ging's auf der
Original-Wettkampfstrecke des Calwer Hesse-Laufs mit kurzem Abstecher zur
Nikolausbrücke mit der lebensgroßen Hermann-Hesse-Skulptur, dem Marktplatz mit
dem Geburtshaus des berühmtesten Calwers und der Lederstraße.
Zurück auf der Wettkampfstrecke (jedoch
in Gegenrichtung) ging's nun nach Hirsau. Hier konnte man nochmals Kraft
schöpfen, bevor wir in die Panoramastraße abbogen. Beim Wörtchen Panorama weiß
jeder, was kommt, bzw., dass Panorama seinen Preis hat!
Nach dem kleinen Anstieg folgte nun der
Verpflegungsstop mit Kulturteil, einer quicken Besichtigung des Klosters
Hirsau.
Frisch gestärkt frönten wir auf der
Fuchsklinge dem Rennsteigfeeling.