Ultramarathon-Lauftreff nördlicher Schwarzwald Die Taussendfüssler
Schluchtensteiglauf 12. / 13.
September 2009
2 Tage und fast 90
Kilometer auf dem zweitschönsten Wanderweg Deutschlands
Jetzt nur noch die Frage,
wo ist der schönste? Wanderweg
Diese Lauf- und
Abenteuergeschichte lässt sich nur schwer oder eigentlich gar nicht erzählen.
So versuche ich es trotzdem in dieser Form zu tun.
Fakten
Samstag, 44,87 km, reine Laufzeit 5:52.46 Std., 2.452,7 Höhenmeter!!!!!!!!!!!
Da hat es mich fast vom Hocker gehauen, sofort habe ich meine Garmin
verdächtigt dass etwas falsch ist, doch wenn ich das Profil anschaue... hmmm?!
Wer bietet mehr? +grins+ Oder wer bietet meiner Garmin Hilfe an? ;-) „ Heike“
Sonntag, 43,71 km, reine Laufzeit 5:38.50 Std., 1.903,2 Höhenmeter!!!
Das klingt laut Ausschreibung auch nach mehr, aber auch da kann ich am Profil
keine groben Fehler erkennen. „Heike“
Organisation, Idee,
Streckenerkundung und Fotos Franz Leins
Wichtigste Person Joachim
Christ (weltbester Verpfleger)
Streckenerkundung,
Frühstück, Kuchen, Tee usw. Heike Christ
GPS Uhrträger, Kuchen- und
Brezel/Brötchenspender Ralf Linke
Fotograf profimäßig Ralf
Windisch
Barbara Rhöm. Elke Mönch (2. Tag) Läuferin
Martin Rudolf (weiteste Anreise), Roland Hamm, Peter Kaupp,
Volker Held Läufer.
Ja und wie beginnt Mann/Frau
so einen Lauf? natürlich mit einem gemeinsamen Frühstück, Idee von Ralf
L. bei Heike und Rührei mit Speckkoch Joachim.
Also um 6 Uhr in Mühringen
Frühstück, dann um 7 Uhr Abfahrt nach Stühlingen 8 Uhr 15 letzte Vorbereitungen
vor dem Start wobei Peter eine Hundetretmine testete und damit ein paar
Kilometer alleine laufen musste.
8 Uhr 35 los geht es ein
paar Kilometer eben und flach auf soften Wurzelwegen bis nach Weizen, nein
kein Bier, nur per Fußgängerbrückle über die Schweizer Grenze und gleich
zurück dafür den ersten Berg hoch noch soft wieder runter idyllisch am
Flusslauf entlang mit anschließendem gebirgsähnlichem Aufstieg auf eine
schwäbisch Alb ähnlichen Hochfläche. Das erste Highlight dem noch viele weitere
folgen sollten. Genau getimt das nostalgische Sauschwänzle Bähnle
pfeifend im Tunnel verschwinden gesehen über die nächste Bergkuppe gewandert/gejoggt,
das CPS System geprüft und steil bergab zur Verpflegung nach Blumberg. Die
ersten 18 Km endeten hier beim Verpflegungsstand von Joachim der uns „all
Inklusive“ anbot. Gut gestärkt, den Verpflegungsstand unordentlich
verlassen ein paar Gramm schwerer die 8 Meter hohe Leiter runter zum
Wasserfall abgestiegen danach durch friedlich daliegende Dörfle geeilt und
schon wieder bei Km 25 Joachims Imbiss bei der Wutachmühle erreicht.
Etwas in der Sonne verweilt bevor wir in die 13 Kilometer lange Wutachschlucht
laufend eingetaucht sind. Diese Schlucht lässt sich vielleicht so beschreiben –
ist das ein Weltkulturerbe – fragte Martin denn so was von wildromantisch
hatte von uns noch keiner erlebt. Hier in dieser Schlucht, die von sehr vielen
Wanderern bevölkert war hatten wir so manch schmunzelndes Erlebnis.

Die Schattenmühle zeichnete
das Ende dieser Schlucht, auch hier wieder bei Km 39 eine vorzügliche
Verpflegung, bevor wir den Schluchtensteig verlassend in die Lotenbachklamm
einstiegen um nach Bonndorf zu laufen wo wir Asyl in der Jugendherberge beantragt
hatten. Diese letzten Kilometer hatten es noch so in sich mit Weg suchen,
Bauern befragen und Dorfrunde bis endlich das Ziel erreicht wurde.
Jetzt noch eine Suppe und
diverse Schokolädle, Gummibärchen und manch erzähltes Märchen viel geplabber
und fröhlich entspannte Gesichter und auch müde Beine. Danach Duschen, relaxen,
Essen, und ein Kneipenbesuch besiegelte den ereignisreichen Tag. Bettruhe
wie es sich gehört 22 Uhr.

Zweiter Tag beginnt mit Weckerrasseln um 6 Uhr 30, Körperpflege
oder Buch lesen, Frühstück, Laufvorbereitungen und Elke Mönch begrüßen die
heute mitläuft und die Frauenquote erhöht. Gruppenfoto und ab um 8 Uhr 35 jetzt
als Bonndorf Ortskundige brauchen wir über die Lotachklamm zur Schattenmühle
einen Kilometer weniger und sind erstaunt als wir die Klamm hinunterstürzen
dass wir am Vortag da hoch gekraxelt sind. Nächste Ziel auf dem Steig das
Räuberschlößle, bitte hochkraxeln, Atmung auf Höchstleistung stellen,
nicht drängeln, überholen unmöglich und mühsam ernährt sich das
Eichhörnchen, so könnte man diese schweißtreibende Angelegenheit beschreiben.
Dafür entlohnte sich das Räuberschlößle in seiner ganzen Einmalig- und
Schönheit für unsere Anstrengung. Einmal mehr in ständig wechselnder Landschaft
entweder auf- oder bergab, eine Rennstrecke ist der Schluchtensteig nicht, also
entweder Schlucht oder Steig im Blickwinkel zu Lenzkirch mit sonnendurchfluteten
Lichteinfällen zogen wir laufend in guter Stimmung dahin. Wieder 18
ereignisreiche Kilometer und da ist er, der beste Verpflegungsstand mit dem
„weltbesten Verpfleger“ es gab frische Brezeln und das auf einem
herrlich gedeckten Tisch, die Äpfel waren in mundgroße Stücke zerteilt,
Blasmusik spielte dezent im Hintergrund, im See schwammen Enten und die Sonne
wärmte uns. Wieder den Wanst vollgestopft weiter in Richtung Schluchsee
auf jetzt breiteren Wegen teil wandernd teils laufend immer höher den Berg
hinauf, die Beine immer mehr müder werdend entlohnte uns der schöne Ausblick
auf den Schluchsee in über 1100
Höhenmetern für manche Mühe. Etwas flotter ging es runter zum See um
dort unsere „Reserven“ an der Labestelle vom Weltbesten aufzufrischen. Ja das war von Nöten denn 16
lange harte Kilometer lagen noch vor
uns und das ohne Pause. Barbara war im Zweifel ob sie das ohne weitere
Verpflegungsstelle machen möchte und so war es für Roland, der jetzt Adjutant
von Joachim war keine Frage noch eine weitere Zwischenverpflegung mitten in der
„Pampa“ zu machen. Wir also los um den See, jetzt mal etliche Kilometer ganz
Eben bis zum Unterkrummenhof bevor es wieder ein lange Rampe hoch ging. Martin registrierte
wieder Höhen über 1100 Höhenmetern, dann wieder abwärts und wieder auf und
nieder, bei 1150 Höhenmetern war endlich der höchste Punkt erreicht. Die
Bergsprints wurden auch etwas langsamer, doch die Ausblicke schöner und so gab
es noch ein schönes Selbstauslösergruppenfoto mit Seehintergrund, übrigens das
307 ste Bild von Ralf W.. Die Landschaften änderten sich immer wieder und mit
Blick auf typische Breisgauer Berghäuser der allerletzte Verpflegungspunkt. Oh wie
herrlich, nur noch 7 Kilometer fast nur noch bergab aber auch nur fast bis
es dann doch wirklich nur noch abwärts ging. Aber nicht abwärts mit den
landschaftlichen Überraschungen ging es, denn zur Belohnung gab es noch
eine Schlucht/Klamm mit Wasserfall auf den letzten 2 Kilometer bis an den
Ortseingang von St. Blasien.
Eine Ehrenrunde um den
dortigen Dom, die obligatorische Suppe, vorher noch ein Gruppenbild für
den Vergleich „vorher und nachher“ ein entspannter gemütlicher Abspann mit „Schocklädle“
usw. bevor es wieder Richtung Heimat bequem im Auto fahrend ging.
Fazit: wo es ein Untergrummenbach
gibt, gibt es auch ein Obergrummenbach
Mailtext von Ralf Linke
Hallo Ihr Steinhupser,
meine Garmin sagt fast die gleiche Höhe wie die von Heike. Samstag ist fast genau
gleich und am Sonntag hab ich1632 Hm.Ich dachte auch erst an einen Fehler aber
jetzt bin ich beruhigt ;-).Dann kann man sagen wir haben ja fast den Gondo
wiederholt. Waren wir nicht Super!!!! ich find´s schon. Spaß gemacht hat es ja
auch allen, und mit dem Wetterle hatten wir ja auch super Glück.
Wünsch allen noch eine schöne Woche
bis dann
Gruß Ralf
Bericht : Franz
Foto : Ralf Windisch / Franz