Ultramarathon-Lauftreff nördlicher Schwarzwald Die Taussendfüssler
14.03.2009
6 Stundenlauf von
Nürnberg
Annette schlug zu
Unsere Lauffreunde/In von Simmozheim und Sulz haben in Nürnberg eilig die Beine vertreten.
Da musste der Gerhard ganz schön laufen um bei der Annette zu bleiben. Annette schaffte bei ihrem zweiten 6 Stundenlauf die 60 Km Marke deutlich zu überbieten und das als Team mit Gerhard der ebenfalls neue persönliche Bestleitung erreichte. Annette wurde überdies 5. in der Gesamtwertung und 1. in W 40.
Annette wir gratulieren dir
Die Ergebnisse der anderen können sich auch gut sehen lassen, so lief Ralf das erste Mal einen 6 Stundenlauf und Manne dürfte auch persönliche Bestleistung verbucht haben.
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28 |
27 |
6 |
8 |
Heiland |
Manfred |
Simmozheim |
TSV Simmozheim |
|
59 |
63,936 |
|
25 |
24 |
8 |
19 |
Johanntokrax |
Günter |
Simmozheim |
TSV Simmozheim |
|
61 |
66,811 |
|
45 |
41 |
8 |
29 |
Linke |
Ralf |
Wildberg |
LT Sulz am Eck |
|
66 |
60,861 |
|
46 |
42 |
9 |
12 |
Schorr |
Gerhard |
Simmozheim |
TSV Simmozheim |
|
55 |
60,480 |
|
46 |
5 |
1 |
4 |
Reim |
Annette |
Simmozheim |
TSV Simmozheim |
|
68 |
60,480 |
|
134 |
105 |
9 |
31 |
Etzrodt |
Frank-Ulrich |
Berlin |
LT Sulz am Eck |
|
52 |
44,252 |
Heike würdig in Nürnberg vertreten!
"Oh Mann, 6 Stunden! Du musst
bekloppt sein" stöhnte mein Mann beim Abschied kurz vor der Abfahrt zum
6-Stunden-Lauf nach Nürnberg. Vor allem unser Lauffossil Gerhard und ich hatten
dort noch vom letzten Jahr eine Rechnung offen, nachdem wir damals die 60 km um
gerade mal 40 Meter verfehlt hatten!
In Nürnberg angekommen, kümmerten wir
uns gleich um die Formalitäten. Jetzt noch schnell das Nervositätswässerchen
und ggf. mehr loswerden, denn noch gab's reichlich Toilettenpapier! Noch eine
kurze Vorstellung beim persönlichen Rundenzähler und dann ging's mit einer
Mini-Verspätung auch schon los.
Jetzt hieß es, 6 Stunden lang so viel
wie möglich Runden (à 1,522 m) auf der Wöhrder Wiese zu drehen. Für Gerhard und
mich bedeutete das einen knappen 6-er-Schnitt, zumal man ja noch die
regelmäßigen Boxenstops ab ca. km 7 berücksichtigen musste. Da ich vergangene
Woche erkältungs- und sonst wie bedingt, keinen einzigen Meter gelaufen war,
musste ich nun mein ganzes Wochenpensum in Nürnberg nachholen. Dementsprechend
kribbelte es mich in den Beinen. Ein kurzer Blick auf unsere inneren Uhren
(auch Gerhard läuft ohne technischen Schnickschnack) - o.k., alles im grünen
Bereich!
Während des Laufes studierten wir am
Streckenrand die transzendalen Gedanken des Gurus Sri Chinmoys, nach dem dieser
Lauf benannt ist. 6 Stunden sind schließlich eine lange Zeit, die man sich so
kurzweilig wie möglich gestalten sollte! Gerhard und ich blieben unserem Tempo
weiterhin treu und spulten unsere Runden ab. Es waren gut 3:30 Stunden
vergangen, als sich allmählich die Beine bemerkbar machten. Gerhard schien
gerade einen Tiefpunkt zu haben. Kein Wunder, letztes Wochenende lief er in
Kandel den Marathon (etwa sein 65.!)! Ich nahm etwas Tempo raus und schaltete auf
Tunnelblick und Autopilot, was sich super bewährt hatte, denn es war über eine
weitere Stunde sozusagen im Schlaf vergangen! Mittlerweile hatten sich auch
viele (kopfschüttelnde) Spaziergänger auf der Wöhrder Wiese eingefunden. Einer
fragte mich doch tatsächlich, ob wir das hier freiwillig machten! Andernorts
kamen Bemerkungen wie "das gibt's doch nicht!" zu Ohren.
Wir wurden immer wieder von Manne und
Günter überrundet. Manne ist sogar während des Laufes einmal gestürzt. Zum
Glück ist ihm nichts weiter passiert. Er konnte wieder aufstehen und weiter
sein Ding machen. Ralf lief uneinholbar wie ein Uhrwerk einige 100 m vor uns
her.
Gerhard schien es inzwischen wieder
besser zu gehen. Wir trotteten weiter, als Günter zu uns auf schloss. Er hatte
sich seine Zehen wundgescheuert, worunter sein Tempo litt, während sich bei mir
ein Wadenkrampf mit einem kleinen Kitzeln ankündigte. Ich versuchte, noch
lockerer zu laufen, bzw. ging im Rock'n Roll-Schritt an der Verpflegungsstation
vorbei, frei nach dem Motto "wehret den Anfängen!" Meine Waden wurden
sodann recht schnell wieder friedlich und ich konnte die nächsten Runden
problemlos abspulen. Dennoch war ich an meinem Tiefpunkt angelangt. Wir kamen
an der Anzeigetafel vorbei, wo ich an 7. (und letzter) Stelle stand. Dies und
Gerhards Motivation, dass wir nur noch 5 Runden schaffen mussten, verlieh mir
Flügel, so dass ich nochmals Gas geben konnte.
Nur noch 4 Runden... und wieder ein
Plätzchen höher gerutscht... Bei den Rundenzählern herrschte super Stimmung.
Sie riefen unsere Namen und feuerten uns an. Mein Rundenzähler vom letzten Jahr
aktualisierte die Anzeigetafel. Wieder ein Platz höher gerutscht, rief er mir
zu. Wir setzten wieder unseren Tunnelblick auf. Ein letzter Boxenstop, dann
ging's in die letzte Runde. Wir bekamen ein blaues Fähnchen in die Hand
gedrückt, um die Stelle zu markieren, die man nach 6 Stunden erreicht hatte, so
dass auch die angefangenen Runden berücksichtigt werden konnten.
Sch..., Wadenkrampf und das kurz vor
unserem Ziel! Jetzt unbedingt einen klaren Kopf behalten! Ommmh! "Gerhard, ich muss kurz gehen",
rief ich. 4/5 Schritte und gut war's. "O.K., ich kann wieder". Ich
lief so schnell ich noch konnte. Wir kamen an die Stelle, an der wir letztes
Jahr unsere 40 Meter verfehlt hatten. Die Waden hielten, die Frisur nicht.
Lauf, so schnell du kannst, rief ich mir zu. Erst jetzt war klar, dass wir die
60 km knacken werden! Vorbei an der Wurzelstolperkurve hinten rechts mit Kurs
auf die Verpflegungsstation. Bei den Rundenzählern herrschte fast schon
Partystimmung. Dann wurde herunter gezählt 10 - 9 - 8 - 7.... Gerhard und ich
trabten aus. Schluss, aus, vorbei und Freudentaumel! 60,480 km, 5. Gesamtplatz
bei den Frauen!
Ergebnisse Gesamtwertung:
144 Teilnehmer
25. Günter Johanntokrax, Simmozheim,
66,811 km (8. M 45)
28. Manfred Heiland, Simmozheim, 63,936
km (6. M 50)
45. Ralf Linke, Sulz am Eck, 60,861 km
(8. M 40)
46. Gerhard Schorr, Simmozheim, 60,480
km (9. M 50)
47. Annette Reim, Simmozheim, 60,480 km
(5. Frauen gesamt, 1. W 40)