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Ultramarathon-Lauftreff nördlicher Schwarzwald "Tausendfüsssssssssler" Der Ultramarathon Lauftreff soll eine Anlaufstelle für alle Läufer/innen sein, die nicht immer die gleichen Strecken laufen möchten,die Freude am Laufen mit Gleichgesinnten haben,sich erstmalig an Läufe über 3 Stunden wagen möchten,gerne durch die Natur laufen,sich auf Marathon und mehr vorbereiten,Erfahrungen austauschen,Fahrgemeinschaften suchen,zusammen auf bestimmte Laufevents vorbereiten,ab und an neue Herausforderungen suchen,keinen übertriebenen Ehrgeiz besitzen,nicht unbedingt einem Verein angehören möchten,keine weiteren Verpflichtungen haben möchten,nicht stundenlang alleine auf weiter Flur laufen möchten. |
Bericht vom Marathon Debüt unserer Ultraläuferin Anette Reim. Ja, genau richtig, die
Anette lief als Einstieg erst den 6 Stundenlauf in Nürnberg (15.03.08) wo sie
59.960 Kilometer verbuchte und danach Marathon.
So war’s in Hamburg:
Nachdem wir am Vorabend
unseres Tags X mit Verspätung in Hamburg einschwebten, konnten wir geradezu auf
den letzten Drücker noch unsere Startunterlagen abholen, doch die gebuchte
Pasta-Party war für uns schon gelaufen. Unser Hamburg-Man Gerdi, der schon zum
Inventar des HH-Marathons gehört und daher sehr ortskundig ist, konnte uns
jedoch umgehend eine Ersatz-Kohlenhydrat-Quelle in Form eines reichhaltigen
Nudelbuffets beschaffen.
Am nächsten Morgen
müssten wir früh aus den Federn, das übliche Ritual – Stichwort Vaseline, Sonnenschutz,
Kaffee und die natürlichen Folgen davon stellten uns auf unser Vorhaben ein.
Immerhin, für Nervosität war dadurch so gut wie keine Zeit. Manti, Günti und
Gerdi schnell noch alles Gute gewünscht und nach der Kleiderbeutelabgabe ging’s
nochmals ein letztes Mal auf’s Dixiklo, wobei ich natürlich mal wieder die
langsamste Schlange erwischte! Egal, es reichte noch, doch es verblieben gerade
mal noch 10 Minuten bis zum Start. Ich kannte mich zwar in keinster Weise aus,
aber ich brauchte nur mit dem Strom mitzuschwimmen und fand auch schnell meinen
Startblock G. Um schließlich auch in diesen Herdentrieb hineinzukommen, musste
ich mich erst einmal durch das Gewusel drumherum schlängeln und über die
Absperrung klettern. Kaum war ich drin, ging’s auch schon los! Jetzt gab’s kein
Zurück mehr! 5 Minuten später überquerte ich die Startlinie. Im Zotteltempo
ging’s über die Reeperbahn, König- und Bernadottestraße. Ich lief im Rudel mit,
denn ich wusste, dass ein zu schneller Beginn mich hinten heraus die doppelte
und dreifache Zeit kosten wurde! Stattdessen beobachtete ich das ganze
Drumherum und genoss jeden Kilometer. Es kam auch schon die erste Wasserstation
und damit die erste Zwischenzeitnahme. Etwa 28 min. waren zu diesem Zeitpunkt
vergangen und der Läuferbrei wurde minimal dünner.
Nun nahm ich Kurs auf den
Hamburger Hafen vorbei an Elbchaussee und Fischmarkt. Hier ging es leicht
bergab. Zeit also für mehr Tempo, denn immerhin wollte ich unter 4 Stunden
bleiben! Mittlerweile hatte ich meinen Schwung gefunden und ließ die Seele
baumeln. Dummerweise hatte ich dabei den nächsten Getränkestand übersehen.
Mist! Umkehren wäre jetzt auch doof gewesen und außerdem, es kamen ja noch mehr
Wasserstationen! Weiter ging’s mit einer läuferischen La-Ola-Welle durch einen Tunnel
in Richtung Alster . Für Gaudi bin ich ja bekanntlich immer zu haben. Ah, da
ist ja das Hotel Atlantic, wo ja auch Udo Lindenberg sehr „preisgünstig“ lebt.
Sofort rufe ich mir mein neues Läufermantra ins Gedächtnis – „Stark wie zwei
gehe ich die Straße hinunter“ und laufe der 21,1 km-Marke entgegen.
Zwischenzeit 1:52. Jetzt wurde es interessant. Unwillkürlich musste ich an
meinen letzten Halben in Freiburg denken, wo ich damals im Ziel dachte „au weia
und in Hamburg musste die gleiche Strecke nochmal dranhängen!“ Doch das war nun
kein Thema mehr und hielt nun auf die 25 km zu in voller Vorfreude auf die
Soundmeile.
Dort ging regelrecht der
Punk ab. „Lauf, lauf“, tönte es aus den Lautsprechern und die Zuschauer machten
eine Riesenstimmung. Ich konnte nicht anders und zog schließlich meine eigene
Show ab. Etwas gediegener, aber dennoch mit vielen Anfeuerungsrufen der
Zuschauer nahm ich die 30-km-Marke ins Visier. Zwischenzeitlich war ich auch
für die Versorgungsstationen sensibilisiert und sorgte regelmäßig für den
nötigen Treibstoff.
Der Lauf plätscherte
weiter vor sich hin und es war bis dahin auch alles recht nett, es folgten die
km 31 – 33, doch dann ging es langsam los mit der Plackerei. Ich will jetzt
endlich das 34-km-Schild! „Stark wie zwei...“ o.k., weiter! Na endlich, da
vorne ist’s ja! Wo ist das 35- (36/37 usw.) km-Schild! Aha, der innere
Schweinehund! Um bei Udo L. zu bleiben, der Schweinehund (also nicht der Udo!)
„ging mir am A.... vorbei“. Trotzdem, wo ist das nächste Km-Schild?!?!?! Was
würde Steffny in so einer Situation sagen? Bist du ein Weichei oder Marathoni?
Jaja, iss ja schon recht! Also weiter „Stark wie zwei“! Da vorne km 40! „I will
survive“ kommt es mir schon aus den Lautsprechern entgegen. „Yes, Gloria, I
will, too“, denke ich und weiter geht’s in Mopsgeschwindigkeit. Seit meinem
Herumgeeiere ab km 34 guckte ich auch nicht mehr auf die Uhr. Jetzt sich nur
nicht noch wegen der Zeit verrückt machen lassen! Seltsamerweise hatte ich
während des ganzen Laufs keinerlei Schmerzen, ich fühlte mich zum Ende hin nur
ausgepowert und hatte einfach keinen Bock mehr. Einen weiteren Marathon wird es
auch nicht mehr geben, dachte ich.
In der Ferne sah ich das
Ziel. Na wenn das keine Motivation ist! Meine Lebensgeister kehrten langsam
wieder zurück, während meine Startnummer von mir abfiel. Ich konnte sie gerade
noch festhalten und kratze meine letzten Kräfte für den Zieleinlauf zusammen.
Ich lief und lief, doch das Ziel wollte einfach nicht näher kommen. Also weiter
und dann .... Zeitnahme – 3:50:15! Ich riss meine Arme mit samt der Startnummer
hoch und fragte mich „welcher Marathon kommt als Nächstes?“
Dann bis zum nächsten
Mal, ich würde mich freuen, wenn es demnächst mal wieder mit einem gemeinsamen
Lauf klappen würde!
Seid bis dahin virtuell
geknuddelt und gegrüßt von
SSR (Simmozheimer
Spaßrunner) Annette