Ultramarathon-Lauftreff nördlicher Schwarzwald "Tausendfüsssssssssler"

  Der Ultramarathon Lauftreff soll eine Anlaufstelle für alle Läufer/innen sein, die nicht immer die gleichen Strecken laufen möchten,die Freude am Laufen mit Gleichgesinnten   haben,sich erstmalig an Läufe über 3 Stunden wagen möchten,gerne durch die Natur laufen,sich auf Marathon und mehr vorbereiten,Erfahrungen   austauschen,Fahrgemeinschaften suchen,zusammen auf bestimmte Laufevents vorbereiten,ab und an neue Herausforderungen suchen,keinen übertriebenen Ehrgeiz   besitzen,nicht unbedingt einem Verein angehören möchten,keine weiteren Verpflichtungen haben möchten,nicht stundenlang  alleine auf weiter Flur laufen möchten.

 

29. Fidelitas Nachtlauf in Karlsruhe, 23./24.6.2007

Ideales Laufwetter, sehr gute Kondition und Freude am Laufen jenseits der Marathongrenze waren die entscheidenden Faktoren für das erfolgreiche Abschneiden der Läufer/Innen die regelmäßig bei den Tausendfüßßßßßler mittrainieren. Die 80 Kilometer waren kein Zuckerschlecken, denn der Lauf entpuppte sich als ein hammerharter Landschaftslauf mit 775 Höhenmetern die zwischen Kilometer 18 und 67 verteilt waren.

Laufberichte gibt es viele, uns gibt es nur einmal und jeder von uns ist ein eigenes Individuum und doch trainieren wir gerne zusammen und nehmen auch gemeinsam an Events teil. Haben Spaß an dem Geschichten erzählen vor und vor allem nach einem Ultralauf. Bei der Fidelitas waren wir goldrichtig. Aber unsere Geschichte hat eine andere Überschrift……….

Als ein „Fässle“ laufen lernte  

oder

Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft, Fässle rollt, Migge rennt

      

Nehmt es nicht so ernst, denn wir können froh sein dass wir so fit und aktiv sind, dass wir an solchen Events teilnehmen können und dabei lächelnd in das Ziel einlaufen auch wenn die Muskulatur brennt. So mancher Fluch stand uns während des Laufes auf unseren Lippen und doch haben wir etwas erleben dürfen auf das wir, jeder für sich, stolz sein kann. Was sind Zeiten und Platzierungen, was sagen sie aus???? Eigentlich nichts, denn hinter all dem steht ein Mensch der etwas getan hat und immer wieder Grenzen überschritten hat in seinem eigenen Gutdünken. Feiwillig wohlgemerkt.

So wie „Migge“ den wir schon  vor dem Start trafen und der mir sagte – du hast mir mal gesagt, wer einen Marathon laufen kann, kann auch „MEHR“ laufen und das tue ich heute - . Eigentlich wollte er nur ankommen, irgendwo so um die 12 bis 14 Stunden, Hauptsache in guter Verfassung. Er hat seine „Fassung“ bei der Ehrenstadionrunde verloren, ohne an sein Limit der körperlichen Substanz zu laufen und auch nicht frustriert über seinen kleinen Verlaufer konnte er sich nur noch freuen, denn die Uhr blieb bei 9:37:23 Stunden für ihn stehen. Aber Fassung und Fässle, das ist alles nur ein Späßle, Migge von mir kommt der Ausdruck „Fässle“ nicht, auch wenn du das glaubst. Du warst saustark „Migge“ du von den  Running Frogs aus Dommelsberg.

Ultramarathonlaufen ist für Heike Christ aus Mühringen schon zu einem kleinen Lebenselixier geworden, doch das Laufen in der Nacht auf Naturwegen ist nicht ihr Element, umso glücklicher war sie, die 9 Stundengrenze (8:53 Std.) als  6. Frau Gesamt und  4. in  W 30 zu unterbieten. Arg an der Seele gebeutelt hat sie das vorzeitige Aufhören beim 24-Stundenlauf in Basel und das wollte sie nicht auf sich sitzen lassen und so hat sie beim Fidelitas ihr Beine ganz schön schnell laufen lassen, so dass jetzt wieder alles im Lot ist.  

 

Und wir haben da noch drei Läufer, für die sind 80 Kilometer nur Training und schnell laufen können sie dabei auch noch, auch wenn sie sagen, wir machen heute einen zügigen Trainingslauf. Da denkt Mann/Frau, was wird wenn sie ernst machen?

Jürgen Baumann, möchte erst beim Deutschlandlauf ernst machen und so machte er erst den Bieler 100km-Lauf und eine Woche danach den Fidelitas (8:26 Stunden) und am Sonntag lief er mit seiner Elisabeth beim Stuttgartlauf. Und wenn ihr das am späten Nachmittag lest ist er bestimmt wieder beim laufen.

Friedemann Hecke, für ihn war es auch nur ein Trainingslauf (7:11 Std.) und das noch ein ganz besonderer, denn seine Tochter begleitete ihn auf dem Bike über die ganze Strecke und er lief ihr am Berg immer wieder davon. Er war schon geduscht als ich in das Ziel einlief und schon wieder zu Scherzen aufgelegt. Friedemann geht jetzt bald nach Erkrath wo er seinen ersten 6 Tageslauf macht.

 

 

Hans-Jürgen Schlotter, immer ohne Uhr laufend, nur nach seiner inneren Uhr und seinem Gefühl (7.07 Std.), das erstaunt den Laien und den Fachmann sowieso. Ganz von hinten heraus gestartet überrollte er das Feld von hinten und duellierte sich noch mit den Staffelläufern. O-Ton: "Einer konnte nur 10 Km mithalten und von den 80 Km Läufern nur fünfzehn". Auch er startet in Erkrath, hat aber bereits Erfahrungen über Erfahrungen im Multidaylauf wie kaum ein anderer obwohl er erst im 8. Läuferjahr ist.

Ja, das waren die drei, nicht von der Tankstelle, nein das waren unsere Drei die immer für was Außergewöhnliches gut sind. Gut das sie bei uns sind.

Ralf Linke von unserem Laufverein, war er schon einmal bei uns Tausendfüßßßlern ?? alles weiß ich auch nicht, aber er gab auch sein Debüt auf einem langen Kanten

(8:58 Std.), wenngleich er auch am Schluss die Nase voll hatte ständig die Wegmarkierungen zu suchen und auf Splitt und Dreckwegen zu laufen. Ich sage nur Respekt.

 

Michael Koch (8:45 Std.) konnte seine bereits auf dem Rennsteig gelaufene gute Zeit voll bestätigen und freute sich auf das Weizen nach dem Zieleinlauf. Er ist noch nicht lange in unserer Gegend beheimatet doch immer wieder bei uns dabei, ihn schreckt nicht so gleich was ab. 

Zufrieden mit dem Lauf, aber schon ab 25 Kilometer vom Hungerst geplagt und das bei meinen 80 Kg Lebendgewicht so wechselte sich bei mir (Franz Leins 8:20 Std.)  20 Kilometer lang alles zwischen essen, trinken, sitzen und laufen ab, was ihn einiges an Zeit kostete. Im letzten Teil zog mich noch ein Läufer (Ralf Meinzinger) die lange bergab Passage mit und ich profitierte von seiner gut ausleuchtenden Stirnlampe. Danke.

Und wer war noch dabei, Lauffreunde die etwas weiter weg von uns wohnen und sich öfters an unseren Trainingsläufen beteiligen.

Als Tandem waren Armin Reichert ( 7:41 Std.) vom TF Feuerbach und Immanuel Jäger (7.41 Std.) aus Schwieberdingen unterwegs. Und so wie ich es mitbekommen habe hat der ältere den Jüngeren in das Ziel gezogen. Mir haben sie bei Kilometer 45 das Fell über die Ohren gezogen als sie an mir vorbeizogen.

Die/unsere Geschichte ist aus, doch es gibt noch andere Geschichten unter anderem von der „Frau Wehrwolf“ – nein nein, sie war nicht in der dunklen Nacht im einsamen Walde unterwegs, wenn es auch die guten Zeiten von Schlotti und Friedemann vermuten lassen würde. Sie war tagsüber an der Strecke als Betreuerin und hat anschließend einen Bericht für den Laufreport geschrieben ( www.laufreport.de ). 

Und noch ein Bildbericht der lesens/sehenswert ist unter

www.laufen.welcheinglueck.de

 

Fotos : Jürgen Baumann

Bericht: Franz Leins