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Ultramarathon-Lauftreff nördlicher Schwarzwald "Tausendfüsssssssssler" Der Ultramarathon Lauftreff soll eine Anlaufstelle für alle Läufer/innen sein, die nicht immer die gleichen Strecken laufen möchten,die Freude am Laufen mit Gleichgesinnten haben,sich erstmalig an Läufe über 3 Stunden wagen möchten,gerne durch die Natur laufen,sich auf Marathon und mehr vorbereiten,Erfahrungen austauschen,Fahrgemeinschaften suchen,zusammen auf bestimmte Laufevents vorbereiten,ab und an neue Herausforderungen suchen,keinen übertriebenen Ehrgeiz besitzen,nicht unbedingt einem Verein angehören möchten,keine weiteren Verpflichtungen haben möchten,nicht stundenlang alleine auf weiter Flur laufen möchten. |
Bericht,Bilder: Jürgen Baumann (Rückenwind)
Deutschland ist schön – Ich habe es gesehen oder 1.424.705 Schritte durch Deutschland
Eine Beschreibung des Laufes im üblichen Sinne, dass ich die Strecke beschreibe kann ich im Moment noch nicht auf die Reihe bekommen. Daher möchte ich einige Eindrücke aufschreiben, welche einen kleinen Einblick in diesen schönen Lauf bringen sollen.
Wie kommt man darauf durch Deutschland zu laufen? Für die meisten Läufer eine unvorstellbar Distanz. Im Jahre 2005 traf ich, beim Eisweinlauf, zum ersten mal auf Franz Leins und Hans-Jürgen Schlotter. Beide erzählten mir, dass Hans-Jürgen sowohl den Trans-Europa-Lauf von Lissabon nach Moskau wie auch den Deutschlandlauf 2005 gelaufen sei. Ich dachte damals die wollen mich verarschen! Kein Mensch kann solche Distanzen zu Fuß bewältigen!
Nachdem wir uns zu weiteren Trainingsläufen verabredet hatten bekamen die „Geschichten“ der beiden für mich mehr Gehalt. Der Deutschlandlauf ging mir fortan nicht mehr aus dem Kopf. Den will ich machen. Egal wie und wann.
Jetzt muss ich nur noch meine Lisbeth rum bekommen. Schaumbad einlassen, Sprudelbrause reinwerfen, Teelichter aufstellen, ein Glas Poseco auf den Wannenrand und dann noch eine kleine Massage. Geschafft! (Hätte das auch mit Most funktioniert?)
Schnell runter zum Laptop und Anmeldung wegschicken.
Bis zum Start am 10.09.2007 auf Kap Arkona habe ich knappe 4900 Trainingskilometer, meist alleine laufend, hinter mich gebracht. Manchmal wurde ich auch an irgendwelchen Tankstellen von Vereinskollegen gesichtet.
Während des Laufes habe ich ca. 74.000kcal verbraucht, was ungefähr dem Brennwert von 10kg Fett entspricht, ca. 1.424.705 Schritte gemacht und 8940 Höhenmeter überwunden.
Wir wurden während des gesamten Laufes für ein wissenschaftliches Projekt vermessen um Erkenntnisse über Veränderungen des Körpers bei Ultra-Langstrecken-Belastungen zu bekommen. Interessant war, dass der eigentliche Gewichtsverlust bei den Läufern gar nicht so gewaltig groß war wie man erwarten würde. Wir verloren zwischen 2 und 4 kg Körpermasse, haben aber dafür zwischen 3 und 5 kg Wasser im Körper eingelagert. Das hat damit zu tun, dass die Nieren bei den lang anhaltenden Belastungen nicht mehr richtig arbeiten. Dafür muss ich jetzt alle paar Minuten zum Pinkeln ;-))
Die Ausfallquote lag beim diesjährigen Lauf bei gewaltigen 50%! Warum die Quote so hoch war, darüber kann ich nur spekulieren. Vermutlich war die erste Etappe auf Rügen der Schlüssel. Wir hatten an diesem Tag richtig schlechtes Wetter mit starkem Regen und stürmischem Wind. Die meisten Läufer sind aber mit ihrem normalen Trainingsgeschwindigkeiten gelaufen und haben damit wertvolle Körner verballert. Die gibt einem keiner wieder.
Des weiteren waren die endlos langen Alleen in Mecklenburg-Vorpommern mit den stark abfallenden Straßenrändern ein Punkt für viele Verletzungen. Wie auch bei mir. Ich habe mir bereits am 5. Tag am linken Schienbein einen Shinplint, eine schmerzhafte Knochenhautentzündung, „eingelaufen“. Und da fortan das rechte Bein mehr arbeiten musste hatte ich 3 Tage später auch dort die Entzündung. Schlotti sagt immer: „ weiter, immer weiter“. Also wenn Schlotti das sagt, dann mach ich das auch. Abends von unserem Sani Jan einen Salbenverband angelegt und morgends getapt und los geht’s....
Ich habe noch niemals in meinem Leben so viele lädierte Menschen auf einem Haufen gesehen. Manchmal hatte man den Eindruck, dass man sich in einem Feldlazarett befindet und nicht bei einer Laufveranstaltung. Jeder der die Läufer sieht würde Stein und Bein schwören, dass die Leute keinen Meter mehr schaffen werden. Aber am nächsten Morgen zählt Ingo den Countdown runter und die Meute Bewegt sich und die gar nicht mal schlecht! Einige der Läufer waren, teilweise, am ganzen Körper kunstvoll und farbig getapt. Das hatte schon was von Zirkus ;-))
Die Verpflegung sowohl auf der Strecke wie auch in den Unterkünften hätte besser nicht sein können. Ingo und Inge haben ein Betreuerteam um sich geschart die hier wirklich großartiges geleistet haben. Niemals hatte man das Gefühl, dass einem etwas fehlen würde. Ganz große Klasse! Danke Ingo!!!!!!
Richtig klasse war auch die Unterstützung meiner Lauffreunde ab der 1000km-Marke. Da haben die anderen Teilnehmer nicht schlecht gestaunt, was hier vorbereitet wurde. Und um noch mal einen drauf zu setzen sind Heike und Franz noch die nächste Etappe bis St. Georgen mitgelaufen. Kurz vor dem Ziel der letzten Etappe vom Feldberg nach Lörrach staunte ich dann nicht schlecht, als mich Friedemann Hecke, diesmal ohne Ostelsheimer-Laufhäs, am letzten Verpflegungspunkt abholte und dann bis zum Schluß ins Ziel scheuchte.
Ob ich das selbe noch mal machen würde? Eindeutig JA! (ob das mit Lisbeth’s Schaumbad noch mal funktioniert?)
Von dieser Stelle noch mal vielen Dank an alle, die mich vor und während des Laufes so tatkräftig unterstützt haben. Ganz besonders meiner Frau, die in diesem Jahr auf sehr viel verzichten musste.
Liebe, ultralaaaange Grüsse Jürgen (Rückenwind)
Deutschlandlauf 2007
Heute am 24. September begleiteten Heike Christ und Franz Leins unseren Jürgen Baumann von Horb-Nordstetten auf der 15. Etappe nach St. Georgen über fast 60 Kilometer.
Es war kein leichtes unterfangen den Jürgen einzufangen, präsentierte er sich heute in Topform und für uns, Heike, Franz floss viel Schweiß. Bei schönem Wetter mit sommerlichen Temperaturen auf einer noch schöneren Strecke fast ausschließlich auf Rad- und Wanderwegen mit viel Schatten im Wald konnten wir einen kleinen Einblick in den DL 07 erhaschen. Es war schon beeindruckend was die Läufer/Innen noch alles läuferisch zu bieten hatten und trotz der schon über 1000 Kilometer in den Beinen noch zu Scherzen aufgelegt waren.
Einen gut aufgelegten Organisator, gute bestückte Verpflegungsstände und eine Streckenmarkierung die kein Verlaufen zuließ rundeten für uns den tag im positiven Sinnen ab.
Hey Leute, unser
Jürgen ist schon ein Teufelskerl, eben ein Rückenwind.
Auf dem Bild nach dem Zieleinlauf in St. Georgen von links, Heike Christ, Franz Leins, Jürgen Baumann und die Gesamtführende Hiroko Okiyama