Ultramarathon-Lauftreff nördlicher Schwarzwald "Tausendfüsssssssssler"
3. Dezember 2006 Singapur-Marathon - alleine (Renate
Weilandt) unter 30 000 Asiaten –
Da
mein Mann und ich Ende November 2006 für 2 Jahre geschäftlich nach Singapur
aufgebrochen sind, und am 3. Dezember der Singapore-Marathon stattfand, war für
mich klar, dass ich teilnehmen würde. SGP ist eine sehr aktive Stadt und ich
dachte mir, da ist bestimmt eine gute Stimmung.
Am
28.Nov um 17.30h ging mein Flug ab Stuttgart. Um 9.00h des nächsten Tages war
ich in SGP (16Uhr Ortszeit). Leider war mein Koffer, inklusive Laufschuhe,
nicht da. Er war in Ankara! Man versprach mir er würde bis Samstag da sein und
so war es dann auch.
Für
Sonntagmorgen 6.00h war der Start angesagt. Das hieß für mich: 4 Uhr aufstehen
!! Leider hatte ich aber seit meiner Ankunft in Singapur ziemliche Probleme mit
der Zeitverschiebung, so dass ich die ganze Nacht nicht geschlafen hatt
Um 6
Uhr pünktlich war der Start. Erfreulicherweise gab es beim Antreten“ kein
Gedränge; jeder nahm auf den Anderen Rücksicht. Wir liefen zuerst in Richtung
Süden, bis zum Hafen, es war immer noch dunkel und es gab überhaupt keine
Zuschauer, ich dachte: „denen ist es noch zu früh, dass kommt noch“, denn um 7
Uhr wird es erst hell. Nach ca. 7Km höre ich plötzlich von hinten „ Ach da
läuft ja Böblingen ,alles klar! Lauf ruhig weiter. Ich will dich nicht
aufhalten. Der Marathon hat erst angefangen!“ Es war ein Düsseldorfer Läufer
den ich überholt hatte. Ich sah ihn nicht wieder. Wir liefen eine Schlaufe, und
wie könnte es anders sein, da kamen mir die Ersten schon entgegen und es waren
wie immer Kenianer. Nach 15Km kamen wir wieder am Startbereich vorbei und es
gab jetzt sogar einpaar Zuschauer. Man hörte auch zurückhaltende Rufe wie „go
run“ oder „go jump“. Es gab keinerlei Musik.
Mir
blieb also nichts anderes, als mich selbst zu motivieren. Ich habe mich dann an
der schönen Stadtkulisse erfreut. Die Verpflegung war sehr gut, es gab alle
1,5Km Wasser und Isogetränk
Ab Km
22 waren wir an der East Coast und wir liefen direkt am Wasser. Man hat einen
wunderschönen weiten Blick übers Meer und sieht am Horizont 100te von
Containerschiffen die alle den weltgrößten Containerhafen in Singapur anlaufen.
Es bot sich ein atemberaubender Anblick.
An
der East Coast leben viele Malaien, die Sonntags dort im Park grillen.
Offensichtlich ist dieser Teil der Bevölkerung temperamentvoller als die
chinesische Mehrheit. Es wurde tatsächlich Stimmung gemacht als wir vorbei
liefen.
Bei
km 28 war wieder ein Wendepunkt und beim Zurücklaufen sah ich, dass ab km 25
ca. 60% der Läufer gingen. Das kenne ich von meinen bisher gelaufenen Marathons
überhaupt nicht. Ich hatte dann 32km hinter mir und meine Beine wurden immer
schwerer und mein Kopf war wie ein Heißluftballon. Ich brauchte mehr Wasser zum
über den Kopf kippen als zum trinken. Ab km 33 haben wir die East Coast
verlassen und ich lief wieder ein einsames Rennen. Die Masse war auch schon
lange nicht mehr da, ich weiß nicht wo sie geblieben war. Dann endlich bei km
41 hörte ich wieder Zuschauer in der Ferne, dass Ziel konnte also nicht mehr
weit sein. Der Zieleinlauf war dann so, wie ich mir dass bei einem großen
Marathon vorstell
Zum Schluss noch viele Grüße an alle Therme
Läufer/innen und an alle die uns kennen.