Ultramarathon-Lauftreff nördlicher Schwarzwald

"Tausendfüsssssssssler"

          

Aletsch Berglauf-Halbmarathon, 25.6.2006

 

Franz Leins lief beim anspruchvollen Berglauf-Halbmarathon in der schweizerischen Aletsch mit und wurde hervorragend 50. in seiner Altersklasse und kam nach 2:23,56 h ins Ziel.

 

Ja,  so einfach kann der Lauf beschrieben werden, doch so einfach werde ich es mir nicht machen. Mit der Laufsportgruppe der Firma „Bosch Rexrodt“ war ich bei diesem Event und brauchte mich um nichts zu kümmern als mich bei denen ins Auto zu setzten und Übernachtung, Startgeld usw. zu bezahlen. Alles war perfekt organisiert. Sprich, ich habe mir keine Gedanken über den Lauf gemacht. Ich also los, um 10 Uhr mit dem ersten Startblock auf der Bettmeralp bei knapp 1800 Höhenmetern mit recht zügigem Tempo das bei Kilometer 2,5 jäh in einer ersten knallharten Steigung mit „Gehen“ endete. Warm war es als ich wandernd, schwitzend und außer Atem nach 15 Minuten Kilometer 3 mit Blick zu dem Ziel erreichte. Hier erinnerte ich mich an den Moderator, der uns vor dem Start angeraten hat, viel zu trinken, seine Körner für die letzten Kilometer aufzusparen und nicht zu vergessen dass das Ziel auf 2650 Höhenmetern liegt. Die Hatz begann sofort nach der Steigung als es links ab auf schmalen Wanderwegen bergab erstmal um den Bettmersee und mit schönen Blicken auf Bettmeralp und in schöner Bergkulisse ohne mich. Ich machte Platz, wo Platz war und ließ mich überholen und entschied mich auf eine Laufstrategie als schnelles Training. Trotzdem war ich schon nach 51 Minuten  bei Kilometer 10 und noch ganz locker als die weiteren Steigungen mich zu etlichen Wandereinlagen zwangen und mich schließlich zur legendären Villa Cassel auf die  Riederalp brachte. Auf einmalige schmale Bergpfade, am Anfang durch bewaldete Landschaft, dann mit imposantem Ausblick nach unten, schmal, sehr schmal waren die Pfade. Rechts die Felswände und links ging es fast Senkrecht ins Tal, wo es mir beim betrachten des untenliegenden Stausees recht mulmig wurde und ich mich wieder auf den Weg konzentrierte. Noch ein paar kurze Wander- und Klettereinlagen und schon war die Riederalp umrundet. Ich war wieder bei der Villa Cassel, ein kurzes Begegnungsstück auf der Strecke mit den später gestarteten und von jetzt an ging es ans Eingemachte. Bei Kilometer 16 nach 1 Stunde 30 Minuten habe ich mich ordentlich mit viel Wasser erfrischt, und dachte  noch an eine Endzeit von 2:15 Stunden als ich voller Euphorie mit Blick auf den Aletschgletscher mich auf den alpinen Wege weiter nach vorne wurschtelte. Waren bis hierher die Wegbeschaffenheiten für einen alpinen Berglauf noch sehr human musste ich mich von jetzt an auf den steinigen und rutschigen Untergrund, es hatte die Nacht vorher geregnet, voll konzentrieren und doch immer wieder ein Blick auf den Gletscher. Für die nächsten Kilometer brauchte ich im Schnitt  8 Minuten, denn immer wieder konnte ich zügig laufen bis ich die Wand sah. Das Schild mit 19 bedeutete noch 2 Kilometer, aber auch noch über 300 Höhenmeter und fast senkrecht auf Wegen und Pfaden, ich konnte nichts desgleichen erkennen, sonder nur noch den Lindwurm der Läufer die sich irgendwie über Fels, Steine und Schneefelder in das Ziel retten wollten. Ich spreche von Läufern, denn ich wurde links und rechts nur so von Läuferinnen überholt. Was soll es, ab hier machte sich für mich meine Renneinteilung bezahlt in dem ich als recht schwacher Wanderer noch ganz vernünftig den Zielhang irgendwie hinauf kroch. Unsere Vereinskameradin Heike Christ, als Wanderin und Fotografin anwesend  konnte und wollte ich nicht mal die Hand zum Gruß erheben. Naja, hat sie auch nicht verdient, denn ihr Spruch – was du bist schon da -  motivierte mich für die letzten 40 flachen Meter mit einem Zielsprint.

 

Fazit: ausgezeichnete Organisation, genügend Verpflegungsstände, viel Zuschauer an der Strecke und 19 Kilometer wunderschöner Berglauf, 2 Kilometer „Todeszone“ (O-Ton Harald),  alle von Bosch Rexrodt hinter mir (verzeiht), und ein schönes lustiges Wochenende mit den Bosch Rexrodt Sportlern in eine herrlichen Bergwelt in der Zentralschweiz.

Bild : Heike Christ

Bericht : Franz      

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