Ultramarathon-Lauftreff nördlicher Schwarzwald

„Ultralauftreff Tausendfüsssssssssssler“ 

11. Juni / 12 Juni 2004  Biel der Nachtlauf über 100 Kilometer

  Ultralanger Bericht mit Bildern

Es gibt das Buch von Werner Sonntag „Einmal musst du nach Biel“, doch es gibt auch Wiederholungstäter/innen denn dieser Klassiker der Ultraläufe ist mit nichts zu vergleichen. Nicht nur die ungewöhnliche Startzeit um 22 Uhr, auch der 100 Kilometer lange Rundkurs durch das Bieler Seeland über die Nacht der „Nächte“ mit der legendären Brücke von Aarburg, dem „Ho-Chi-Minh-Pfad “ und und ...........und den vielen Zuschauern selbst weit nach Mitternacht an der Strecke machen diesen Lauf zu dem was er ist. Biel, der Klassiker vom 100 Kilometer-Lauf.

Dieses Jahr beteiligten sich sehr viele Läufer/innen die sich regelmäßig und andere die sich sporadisch beim Ultralauftreff  der „Tausendfüßßßßler“ ihre Ausdauer bei den verschiedensten Trainingsläufen geholt haben.

Erfreulicher Weise war der Frauenanteil sehr hoch und alle haben im Gegensatz zu den Männern das Ziel in Biel erreicht. Überraschend stark liefen die Depüdantinnen die alle etwa zur gleichen Zeit einliefen.

In verschiedenen Fahrgemeinschaften nach Biel angereist haben wir uns fast alle noch vor dem Start gesehen und mit dem üblichen Geplänkel die Nervosität und die Zeit vertrieben. Während sich die einen in der Bieler Eissporthalle zur Ruhe hinlegten genossen die anderen den Vorzug eines Zeltes.

 

Michael Ege aus Ebhausen wollte seine Bestzeit deutlich Toppen uns so hat er seinen Freund Gerd Schnell als Betreuer und Fahrer angagiert um sich optimal Versorgen zu lassen. Dass die Betreuer einen harten Job machen müssen war sich Gerd nach dem Lauf klar. Alle ca. 13 Kilometer war er an der Strecke und vor dem Start musste dafür ein ausgeklügeltes System erarbeitet werden um den Läufer ja nicht zu verpassen.Mit dieser optimalen Betreuung verpasste Michael sein Ziel nicht und verbesserte seine Bestzeit um sage und schreibe 1 Stunde und 30 Minuten.

 

Als sich der Dauerregen etliche Stundenvor dem Start so langsam auflöste und sich die ersten Sonnenstrahlen anmeldeten wurde die Stimmung der Läufer/innen merklich besser. Also, nochmals die Laufkleidung umgezogen von Regen auf  trocken und ab zum Start wo wir noch Noris mit seiner Angela in bester Laune trafen die sich bei ihm auf und nach dem Ho-Chi-Minh-Pfad etwas verschlechterte. Nicht schlecht war seine Zeit, obwohl er sich wie alle anderen durch den schlammigen Ho-Chi-Minh-Pfad durchbeißen musste. Noris war zum 3. mal in Biel dabei und blieb allesamt unter 10 Stunden.

 

Es gibt den Film, „Die Caine war sein Schicksal“ doch für unseren Hans Jürgen Schlotter war es der legendäre Ho-Chi-Minh-Pfad. Bis dahin noch gut vor Michael war bei Kilometer 65 der Sprit zu Ende. Das schnelle Anfangstempo forderte bei ihm sein Tribut, aber wer Hans Jürgen kennt, weiß zu was er imstande ist und er biss sich durch. Egal die Zeit er Finnischte in Biel.  

 

Unser Hans Georg Sturm, schon das 19. mal in Biel hat auf dieser Strecke schon alles erlebt und mitgemacht. Die Zeit steht für ihn nicht mehr im Vordergrund, obwohl er nichts gegen seine frühere Zeiten einzuwenden hätte. Aber als Sägewerksbesitzer mit Hochkonjunktur ist an regelmäßiges Training nicht zu denken denn keiner seiner Kunden ist 100 Kilometer Läufer und hat somit kein Verständnis für Terminverzögerungen. Trotz allem Zeitdruck lässt er sich es nicht nehmen in Biel dabei zu sein und managte nebenbei noch zwei junge Damen. Dass er seinen Humor nicht verloren hat zeigt sein Spruch nach dem Zieleinlauf. Gefragt wie es war, antwortete er- bei Kilometer 60 sagte er seinen Damen, lauft alleine weiter, es reicht wenn ich  auf dem Trampelpfad rumeiere. Den Zielsprint ließ er sich nicht nehmen.

 

Einmal mehr zeigte sich Ulrich Etzroth als unverwüstlicher, dieselangetriebener Läufer. Dieses Jahr mit regelmäßigem Training zeigte er schon bei etlichen Marathons, 51 Km Harzüberquerung und dem 73 Km Rennsteiglauf ansteigende Form die er in Biel auch bestätigen konnte. Nicht einmal der große Regenguss nach 5 ½ konnte ihn bremsen, so dass er bester Laune in Biel den Applaus der Zuschauer entgegennahm. (Bild vom Hans).

Ja das war es schon bei den Männern die in Biel erfolgreich waren. Über das Trio, das bei Kilometer 56,5 in Kirchberg ausgestiegen und in den Bus eingestiegen ist, mehr am Schluss. Denn jetzt, zu unseren 6 Damen von denen 4 das erste mal bei einem Hunderter dabei waren und allesamt erfolgreich waren.

Brigitta Plathe zeigte sich einmal mehr von ihrer zähen Seite, kam sie doch gerade aus ihrem vierwöchigem Urlaub von Sizilien den sie direkt nach dem Rennsteiglauf mit ihrem Ehemann Klaus antrat. Das abendliche Glas Rotwein musste doch schon etliche fehlende Trainingskilometer ausgleichen. Brigitta begann deshalb sehr verhalten, und nur das Ziel vor Augen anzukommen war ihr wichtig. Bei Kilometer 75 noch ca. 5 Minuten hinter unseren anderen 5 Damen spielte sie ihre ganze Routine und ihre Zähigkeit aus, und kam noch ca. 20 Minuten vor ihnen ins Ziel. Vor etlichen Jahren beim Swiss Alpin über 78 Km und 2600 Höhenmetern sagte ihr eine Mitläuferin, du bist ein „zähes Luder“ und sie hatte recht. Brigitta ich hoffe du verzeihst mir das „z.L“.

 

Als Wiederholungstäterin kam Grace Sacher nach Biel und freute sich schon im Vorfeld auf das Laufen außerhalb von Biel in der stille der Nacht. Zusammen mit Hans Sütterlin durch Biel, dann bis nach Aarburg über die Brücke und ab Lyss mit Ihrem Ehemann als Radbegleiter lief sie ein gleichmäßiges langsames Tempo und schob an den Steigungen ab und an kleine Gehpausen ein um Kräfte zu sparen die sie bitter nötig hatte. Etliche male musste sie schwer kämpfen und hatte doch noch die Zeit bei 56,5 Kilometer auf Hans zu warten, ihm Mut zu zusprechen er solle nicht aufhören. Welch ein Fair Play. Sichtlich auf den letzten Kilometern ein wenig erholt konnte sie sich im Zieleinlauf sehr über ihre deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr freuen.

Das Duo, Helena Deuringer und Carmen Schäuble, aus Empfingen wurden bis Kilometer 60 von Hans Georg begleitet bevor sie ihm enteilt sind. Wir möchten nicht wissen was sie unterwegs alles durchgemacht haben, denn ihre Freude im Ziel war unbeschreiblich. Nach etlichen Marathonen  und vor allen Dingen durch die mehrmalige Teilnahme beim Sulzer Stadteillauf über 46 Km von dem langen Laufen infiziert, wollten sie doch den Hunderter in Biel riskieren. Ihr habt es gleich beim 1. mal geschafft, und das noch bei nicht allzu guten Bedingungen, denn der Hot-Chie-Mingh - Pfad machte diese Jahr seinem Namen alle Ehre.      

                                                     Helena                                                      Carmen D.

 

 

 

Die größte Sorge für Volker Held war, was machen Elvira Hellmann und Carmen Leitner da die beiden nach dem 73 Km Rennsteiglauf sehr verunsichert waren. Als Team vollbrachten sie eine imposante Leistung, denn sie sind die gesamten 100 Km zusammen gelaufen und haben Freud und Leid geteilt. Elviras Ehemann ist extra in der Nacht aufgestanden und hat sie bei ca. Km 80 nochmals kräftig motiviert so dass sie auch noch die letzten 20 Km hinter sich gebracht haben. Ihr Mädels habt es uns gezeigt, was mit Wille und Durchhaltekraft alles möglich ist. Glückwunsch zu eurem 1. Hunderter, wir haben euch gerne in Biel wieder empfangen.

 

 

Wo für viele der Lauf erst an das Eingemachte gegangen ist, war für das Trio Hans Sütterlin, Volker Held und Franz Leins der Lauf zu Ende. Unterschiedliche Gründe waren individuell dafür verantwortlich um nach 56,5 Km in den Bus nach Biel einzusteigen.

Um das warten auf den Bus zu verkürzen ließ sich Volker sogar 2 mal massieren, und zwar einmal unten und einmal oben. Auch der Verpflegungsstand bei Km 47 und 56,5 wurde ausgiebig ausgenützt da wir die anderen ja nicht mehr in Anspruch nehmen konnten.

14 Läufer/innen die sich durch das gemeinsame Hobby kennen gelernt haben nahmen in Biel teil. Alle hatten ihre speziellen Erlebnisse vor, während und nach dem Lauf die  teilweise gleich und doch wieder ganz unterschiedlich waren. Gezeigt hat sich allerdings, dass die Mädels die bessere Psyche hatten und dass sie alle ins Ziel nach Biel ankamen. Die Strecke und das Wetter war für alle gleich doch sie kamen damit besser zu recht. Für euch haben wir uns alle am meisten gefreut.

 Übrigens der Autor von „Einmal musst du nach Biel“, Werner Sonntag, wurde in seiner Altersklasse M 75 mit dem 1. Platz belohnt und als Anmerkung, er war nicht der einzige in seiner Klasse.

Mehr über Strecke und Wetter, Kampf und Verdruss, Freud und Leid, erlebtes und geträumtes usw. von Biel 2004, wer das erfahren möchte, einfach mal bei einem unseren Läufen teilnehmen denn wir haben jetzt wieder sehr viel Gesprächsstoff.  

Ergebnisse 100 Km

Carmen Schäuble   

13 h 27 min 10 sec.     

6. W

Carmen Leitner           

13 h 22 min 00 sec  

11. W 35

Elvira Hellmann     

13 h 22 min 00 sec. 

13. W 55

Helena Deuringer    

13 h 21 min 43 sec.

31. W 40

Grace Sacher  

13 h 18 min 20 sec.     

7. W 50

Brigitta Plathe                  

12 h 58 min 40 sec.

15. W 45

Frank Ulrich Etzrodt  

15 h 56 min 47 sec.     

174. M 50

Hans Georg Sturm       

13 h 52 min 10 sec.

56. M 60

Hans Jürgen Schlotter     

11 h  18 min 26 sec.     

119. M 40

Noris Rigotti     

 9 h 54 min 23 sec

9. M 55

Michael Ege

9 h 12 min 51 sec.   

25. M 40

Ergebnisse 58 Km

Volker Held    

5 h 48 min 03 sec.  

3. M 35

Franz Leins  

5 h 48 min 04 sec. 

5. M 45

Hans Sütterlin      

7 h 56 min 07 sec

15   M 50

 

  Bericht und Bilder   Franz Leins

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