Ultramarathon-Lauftreff nördlicher Schwarzwald  Die Taussendfüssler

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 La 442,195 km Eure & Loir – Heike Christ

Ich habe mich erneut an einen Etappenlauf gewagt. Diesmal habe ich mir den „La 442,195km Département Eure & Loir“ in Frankreich ausgesucht. Dank der Übersetzung von Elke Mönch konnte ich dann auch die Ausschreibung lesen. Die Verpflegung war „spartanisch“ ausgeschrieben, mal sehen was mich da erwartete. Der Lauf fand erstmalig statt und ich war dann doch erstaunt wie toll der Lauf  organisiert war. Zu bewältigen war eine Gesamtstrecke von 442,195 km in 7 Tagen. Durchschnittlich sind dies 63 km pro Tag. Die Wegstrecke führte immer wieder sternförmig zur Stadt Chartres. Landschaftlich hat die Region Eure & Loir Getreide- und Maisfelder zu bieten, so weit das Auge reicht. Ich kann euch sagen, Felder rechts, Felder links, dann läufst du 30-40-50km und was siehst du? Felder rechts, Felder links. Auch die zwei kleinen Flüsschen Eure und Loir, die dieser Gegend ihren Namen gaben, waren in der kaum bewaldeten Region, immer mal wieder zu sehen. Gelaufen wurde auf kaum befahrenen Landstraßen. Manchmal führten die Wege durch sehr kleine, alte und verschlafen wirkende Dörfchen. Hey, hier ist absolut der „Hund begraben“. Abwechslung gab es nur wenn man an eines der  vielen kleinen Loire-Schlössern vorbei kam. Täglich gab es genügend und gut bestückte Verpflegungsstationen. Ich habe gefuttert wie ein Pferd und getrunken wie ein Kamel. Bei der derzeitigen großen Hitze wäre ich sonst vermutlich „zusammengeschnottert“. Essen wie ein Pferd war kein Problem, entweder gab es Essen in einem Restaurant oder wieder hatten unseren eigenen Koch. Wow, der konnte kochen!!! Er servierte heimische Gerichte, die oft leckerer waren als das Essen im Restaurant. Dank neuster Technik können wir ja mittlerweile den täglichen Kalorienverbrauch messen. Erstaunlich was da so zusammen kommt. Ich habe in diesen 7 Tagen 28.646 Kalorien verbraucht!!! Die Franzosen sind ein absolut herzliches Volk, auch wenn ich selten verstehe was sie sagen, Gesten mit Händen und Füßen oder ein Umarmung, alles perfekt. Roland Riedel hat zum Glück die Übersetzung beim täglichen Infoaustausch vorgenommen, sonst hätte ich nicht mal gewusst wann ich am nächsten Tag starten muss. Roland und ich sind gemeinsam gelaufen, er hat mich als „Bremserin“ für seinen bevorstehenden Deutschlandlauf benutzt. Das kann ich gut, sowieso wenn es so heiß ist, ich wollte einfach nur durchkommen und das möglichst ohne größere Probleme! Was nicht ganz so einfach war, die Ausfallquote lag bei 25% und bei einigen war sicher auch die Hitze mit schuld. Fazit: Täglich ein „paar Kilometerchen“ laufen, dann duschen, ausruhen und was futtern. Laufklamotten für den nächsten Tag richten, Koffer packen, abends früh ins Bettchen und am nächsten Tag wieder ein bisschen Sport treiben. Aktivurlaub so wie ich ihn mag und das bei einer perfekt organisierten Veranstaltung!!!


Sonntag, 4. Juli 2010 – 1. Etappe Chartres – Chartres – 68 km
Start: 7:30 Uhr, Morgens, kleine Bäche und Seen, Natur pur, ruhige und wunderschöne Dörfer. Mittags, heiß, freies Feld und Landstraßen. Langsam laufen und viel trinken. Profil, sehr abwechslungsreich, rauf und runter. Laufzeit: 8:19.46 Std.

Montag, 5. Juli 2010 – 2. Etappe Chartres – Saint-Denis-les-Ponts – 72 km
Start: 6.00 Uhr. Morgens, schon früh heiß. Freies Feld, selten winzige, verschlafene Dörfer. Mittags zum Glück bewölkt. Profil, nur leicht wellig. Laufzeit: 8:36.44 Std.

Dienstag, 6. Juli 2010 – 3.Etappe Saint-Denis-les-Ponts – Brou – 60 km
Start: 6.30 Uhr – 2. Startgruppe. Profil, sehr wellig, fast immer an Landstraßen. Temperatur recht angenehm. „Nur“ 60km in 7:12.27 Std.

Mittwoch, 7. Juli 2010 – 4. Etappe Brou – Fontain-la-Guyon – 74 km

Start: 6.00 Uhr – 2. Startgruppe. Die Königsetappe, hatte ein anspruchsvolles Profil. Viele Höhenmeter und noch mehr Sonne. Die Hitze war enorm und durch die Teerstraßen wurde sie fast unerträglich. Langsam werden die Lippen wund, trotzdem, Unmengen trinken. Ich sah aus wie Angelina Jolie, total dicke Lippen, na wenn das alles ist! Laufzeit: 8:57.24 Std.

Donnerstag, 8. Juli 2010 – 5. Etappe Fontaine-la-Guyon – Bailleau-I'Evêque – 56 km
Start: 6.30 Uhr  - 2. Startgruppe. Kaum geschlafen in der Nacht, zu warm und es gibt bei Tag wieder eine Hitzeschlacht. Profil, machbar, 1. Paar Schuhe „runtergeschlürft“. Die Landstraßen fallen seitlich steil ab. Laufzeit: 6:26.13 Std.

Freitag, 9. Juli 2010 – 6. Etappe Bailleau-I'Evêque – Prunay-le-Gillon – 70 km
Start: 5.30 Uhr. Morgens, Nieselregen und dann bewölkt. Nur 1,5 Stunden Sonne und ein leicht welliges Profil. Laufzeit: 7:53.31 Std.

Samstag, 10. Juli 2010 – 7. Etappe Prunay-le-Gillon – Prunay-le-Gillon 42,195 km

Start: 9:00 Uhr. Nach 400km in 6 Tagen, heute steht der Abschlußmarathon an. Von Beginn an Sonne, macht nichts, nach 4:38.45 Std. alles geschafft. FINISHER!!!!!

Gesamtergebnis nach 7 Tagen: 442,195 km in 52:04.50 Stunden, 2. Frau, 6. Gesamtplatz

 

Biel ohne Küsschen ist wie Suppe ohne Salz!

„Einmal musst du nach Biel“, sagte schon Werner Sonntag. Wirklich nur einmal? Da bin ich mir nicht so sicher! Mit Biel verhält es sich ähnlich wie eine offene Tüte Kartoffelchips oder einer angebrochenen Tafel Schokolade: man muss immer wieder zugreifen, vulgo: immer wieder dort laufen!

Nach einigen Staus sind wir gegen 17:00 Uhr in Biel eingetroffen. Nachdem alle Startformalitäten erledigt waren, dösten wir noch für'n gutes Stündchen auf dem Parkplatz, wobei der einsetzende Regen der finalen Hardcore-Chillerei ein jähes Ende setzte.

 

Dieses Mal hatten wir sogar den Luxus einer Radbegleitung! Eric, ein guter Bekannter vom Lauffossil, hatte sich viele Gedanken darüber gemacht, was er alles für uns mit auf die Strecke nehmen könnte und war umso erstaunter, dass er es mit zwei totalen Ausstattungsignoranten zu tun hatte! Sozusagen für unsere Psyche gaben wir ihm noch Ersatzlaufschuhe und -klamotten mit, die jedoch auch dieses Mal unbenutzt blieben. Das Wichtigste war Flüssigkeit en Masse, denn es war sehr schwül und so wie es aussah, sollte es auch fast die ganze Nacht so bleiben! 

 

Noch vor einem halben Jahr war die <11 unser Ziel, was wir jedoch im Mai nach oben korrigieren mussten. Das Lauffossil hatte permanent beruflich Land unter, so dass er nicht optimal trainieren konnte, während ich ja noch bedenken musste, dass sich womöglich noch der Rennsteig bemerkbar machen könnte. „Niveau halten“ (11:35 h) war nun die Devise und das Allerwichtigste: wir starten wieder ganz hinten! Nach mehreren Tagen Laufpause sticht mich nämlich immer der Hafer, so dass ich mich tempomäßig kaum beherrschen kann. Da hilft eben nur Trick 17!

Gemütlich begaben wir uns nun zum Start und ließen alle schön brav den Vortritt, bzw. reihten uns direkt hinter der Lauflegende Werner Sonntag ein. Ü 80 und so fit! Total bewundernswert!

Um 22:00 Uhr wurden wir in die Nacht hinaus geschickt. Zunächst ging's durch die Bieler Innenstadt, wo wir – wie später in Aarberg - viele Kinderhände abklatschten. Der 1. km ging in einem disziplinierten 7er-Schnitt weg. Allmählich hatten wir zu unserem Tempo gefunden, doch irgendetwas schien mit dem Lauffossil nicht in Ordnung zu sein. Es war aber auch verdammt schwül! Wir nahmen daraufhin lieber mal etwas Tempo heraus und ließen uns an den Verpflegungsständen etwas Zeit. Zum Glück ist es ja mein Magen gewohnt, dass er immer alles schön durcheinander „serviert“ bekommt – Iso, Bouillon, Cola, Sportgetränk (was ist eigentlich da der Unterschied zum Iso?), Gels...

Inzwischen hatten sich die Radbegleiter dazugesellt, bzw. Eric war sogar mit Kamera bewaffnet an Ort und Stelle. Dass das Lauffossil sogar außerhalb einer Verpflegungsstelle etwas zum Trinken brauchte, ließ mich sehr skeptisch werden, denn das passte überhaupt nicht zu ihm! In Kirchberg (km 56,1) stand dann sein Entschluss fest, auszusteigen. 6:24 h waren wir zu diesem Zeitpunkt gelaufen. Es kam bei ihm einfach zu viel zusammen – die Schwüle, Magenprobleme, Schlafmangel infolge beruflichen Stress etc., so dass sein Entschluss aufzuhören, der einzig richtige war.

Galanterweise erklärte sich Eric bereit, mich für den Rest der Strecke zu begleiten. Doch zunächst folgte der berühmte Ho-Chi-Minh-Pfad, wo absolutes Fahrradverbot war. Riesig hatte ich mich schon auf diesen Streckenabschnitt gefreut, wo letztes Jahr absolute Stille und Natur pur  herrschte! Doch dieses Mal war das Wäldchen so übervölkert wie der Ticketschalter vorm Schloss Neuschwanstein. Ausgerechnet auf diesem crossigen Abschnitt überfiel mich plötzlich die Müdigkeit. Na toll! Mitten auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad einschlafen – das kann nur eine fertig bringen! Mädel, stell dich nicht so an, gleich gibt’s wieder was zum Trinken, rief ich mir innerlich zu, während ich über Stock und Stein vor mich hinstolperte.

Ich fand Eric am Bikertreffpunkt und kurze Zeit später kam auch der erlösende Verpflegungsstand und meine Gosch'n lief wieder wie geschmiert – ein gutes Zeichen. Eric versorgte mich km um km mit meiner aktuellen Pace – immer recht gleichmäßig so um die 6:30/km. Doch die Verpflegungspausen waren demnach richtige Zeitfresser, aber was sein muss, musste sein.

Nach 8:49 h kamen wir in Bibern (km 76,6) an, wo uns ein fieser Anstieg erwartete. Ich gönnte mir eine Gehpause und vorher noch ein Ekel-Gel und viel Flüssiges. Es folgten einige schöne Bergab-km, zum Teil auch recht steile. Hier war ich so richtig in meinem Element, hier gingen die km sogar <6:00/km weg.

Inzwischen waren 80 km gelaufen und die km entlang der Aare zogen sich ewig hin, aber wenigstens hatte sich inzwischen die Schwüle verdünnisiert. Doch Eric verstand es, zu motivieren und sogar dort Gels aufzutreiben, wo eigentlich keine waren. Zu meiner Überraschung hatten nämlich einige Zuschauer Läuferpicknickkörbe gepackt und somit so manchem Läufer den Tag gerettet!

Es folgte der psychologisch wichtige km 90. Ab hier wurde es jetzt einstellig! Eric hatte mich inzwischen so abgefüllt, dass ich den letzten Verpflegungsstand sogar auslassen konnte. Km 95. Ab hier wurde jeder km wieder einzeln beschildert. Es war schon hart, aber 100 km sind kein Spaziergang. Da musste ich jetzt durch. So einen Ultra zu bewältigen ist anderseits auch eine höchst emotionale und unvergessliche Angelegenheit! Km 96, 97, 98... und ****kreisch*** 99!! Das Busserl auf das Schild gehört ja zum guten Ton, wie ich letztes Jahr gelernt hatte, bzw., das musste jetzt einfach sein – und wenn's die Bestzeit kostet!

Anschließend schalte ich so gut es ging meinen Turbo ein und stürmte jubelnd nach 11:36 h ins Ziel. Ach ja – die Bestzeit habe ich um etwa 1:30 versemmelt, aber ich weiß wenigstens, wo ich „getrödelt“ hatte! ;-)

Ergebnisse:

56,1 km (115 Teilnehmer)

55.  „Lauffossil“ Gerhard Schorr; M 55; 6:24,12 h 

100 km (1.260 TeilnehmerInnen)

409. Annette Reim; 10. W 40; 39. Frauen gesamt; 11:36,47 h

 

Fellbach 6/12 h

Am Samstag fand in Fellbach-Schmiden der trationelle 6/12-Stundenlauf statt. Ralf Linke und ich (Heike Christ) nahmen den 12-Stundenlauf unter die Hufen. Um 8.00 Uhr herrschte beim Start bestes Laufwetter, bewölkt und nicht zu warm, das ließ echt hoffen auf einen guten Lauf. 2 Stunden konnten wir ruhig unsere Runden drehen, dann war der Start zum 6-Stundenlauf. Plötzlich "jagten" uns die 6-Stundenläufer über die Piste, da war auch Manfred Huget dabei. Doch auch ihnen heizte dann die Sonne und zunehmend schwüle Luft ein. Gefragt waren dann nicht nur die Verpflegungsstation, sondern auch die Wasserstationen mit der großen Wanne, gefüllt mit kaltem Wasser. Ralf und ich drehten ca. 6,5 Stunden gemeinsam unsere Runden, wobei wir meistens von der Vorjahressiegerin begleitet wurden. Doch plötzlich nahmen beide Gas raus und ich war alleine unterwegs. Warum wollten die plötzlich nicht mehr mit mir laufen? Lag es an mir? An der zunehmenden Hitze? Oder daran, dass ich einfach das Anfangstempo weiter lief? Hmmm, ich entschied mich einfach weiter zu laufen, ich hatte ja noch genügend Zeit darüber nachzudenken. Die Strecke in Fellbach ist zwar nicht komplett flach, aber dafür recht abwechslungsreich. Der Weg führt über Felder, vorbei an einer Straße, dann wieder durch´s Stadion, da war dann immer was los. Wir hatten hier schließlich "Heimvorteil", viele bekannte Gesichter und da gab es dann auch das eine oder andere Schwätzchen auf der Strecke. Um 16.00 Uhr wurde es schlagartig ruhig auf der 2,09km-Strecke, die 6-Stundenläufer waren fertig. Imke Constien vom Vfl Ostelsheim warf mir dann noch die aufmunternden Worte "Ich könnte jetzt keinen Schritt mehr laufen" zu. Prima, ich hatte nochmals 4 Stunden vor mir. Die vergingen dann doch relativ schnell, weil Günter Klitsch im Stadion kräftig für Stimmung sorgte wenn ich um die Ecke kam. Ralf hatte ich in der Zwischenzeit schon ein paar Mal überrundet, bei den Frauen lag ich mit etlichen Kilometern an der Spitze, also schaute ich mal welche Männer ich noch ärgern konnte. Viel Männer waren da nicht mehr zur Auswahl, am Ende waren nur noch 2 Männer vor mir und der Zweite bangte schon schwer um seine Platzierung. Nach 12 Stunden hatte Freddy Seifert nur noch 836 Meter Vorsprung. Nach 12 Stunden war ich dann ziemlich froh als das Schlußsignal ertönte. Puhh, Teil 1 meiner Wochenendeplanung war geschafft!!! Teil 2 folgte am Sonntag beim Marathon in Tuttlingen. Nach kurzer Nacht startete ich gemeinsam mit Roland Riedel beim Aesculap-Marathon im Donautal. Dort war ich dann mit 4:46.20 Stunden so langsam, dass ich unter falschem Namen (Heike Graf) und ohne Vereinsangabe in der Ergebnisliste landete!!! Ist mir auch noch nie passiert. Eine kilometerreiche Trainingswoche hatte ihr Ende gefunden, mit einem Sieg in Fellbach und einem Marathon zum Wochenschluß. Ralf war mit seiner Leistung in Fellbach-Schmiden ebenfalls super zufrieden, war es doch der längste Lauf den er je gemacht hatte. Deshalb ist er seit Sonntag im Urlaub!!!
Die Platzierungen:
6-Stundenlauf Fellbach:
2. Frau - Imke Constien - 65,545 km - 6. Gesamt - 1. W40
15. Manfred Huget - 54,351 km - 2. M55
21. Günter Klitsch - 50,162 km - 3. 50
12-Stundenlauf:
1. Frau - Heike Christ - 112,136 km - 3. Gesamt - 1. W406. Ralf Linke - 104,576 km - 1. M40

 Rennsteig: Mit Tannenkoller ins schönste Ziel der Welt

Um 6:00 Uhr wurden wir mit teutonischer Volksliedkunst auf die Strecke geschickt. Ein Transparent „nur noch 72 km bis Schmiedefeld“ hielt uns nochmals vor Augen, was wir da eigentlich zu tun gedachten. Nach nicht einmal einem km ging's los mit der Bergaufschinderei – und dies für die ersten 25 km, wobei bei km 8 ein sehr schöner Fernblick auf die Wartburg den Aufstieg abrundete.  Je nach Steigungsintensität lief oder ging ich. Der Nebel hielt sich hartnäckig und vor lauter Fichten sah man den Wald nicht mehr. Über Stock und Stein ging's höher und höher. Bäh! Ich fluchte und kam mit einer Läuferin ins Gespräch. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Schemenhaft zeichnete sich nun der Inselberg ab. Es folgte km 25, d.h. das schwierigste 1. Drittel war geschafft.

Extravagant ging's bergab – auf einer steilen Holztreppe. „Mal etwas ganz Neues“, entfuhr es mir. Es folgte ein kurzweiliger Streckenabschnitt, der einem kilometerlangem Speed Dating gleichkam. Es wiederholte sich immer wieder das gleiche Prozedere: zuerst wurde einem eine Hand entgegengestreckt und nach einer kurzen Vorstellung folgten die klassischen Fragen: bist du zum 1. Mal hier, ist das dein erster Ultra usw. Am besten gefiel mir die Frage: „du kommst bestimmt aus Berlin, so wie du sprichst!“ Das war – je nach Steigung oder Gefälle – ein Kommen und Gehen und eine sehr willkommene Abwechslung zum Dauertannengrün und dem allgegenwärtigen Rennsteiglogo am Wegesrand.

Alle 5 km gab's ein rot-weißes Km-Schild. Es gab also doch noch andere Farben außer tannengrün am Rennsteig! Wenig später schloss ein oller Ultra-Unsympath zu mir auf. Mit einer Gehpause gelang es mir jedoch, ihn schnell wieder loszuwerden, doch dann bekam ich hören, dass eine gute Läuferin doch nicht geht! Moment mal! Als Ultraläuferin darf ich das und außerdem heißt's im 'Rennsteiglied „ich wandre so gerne...“ - nicht: ich laufe so gerne, gab ich zurück. Nun konnte ich mich wieder meinem Ommmmhhh widmen. Das war nötig, denn ich bekam so langsam einen Tannenkoller. Bis zu km 50 habe ich diese grüne Hölle im dichten Dauernebel stoisch ertragen, doch inzwischen ist noch das Schrabben der Nordic Walker dazugekommen. Mit Händen und Füßen reden ist eins (wovon ich mich leider auch nicht freispechen kann), doch dies mit den Walkingstöcken zu tun, ist eine andere! Die Sturzgefahr war ohnehin immens hoch, bzw. immer wieder sind Läufer gestürzt, doch zum Glück ist, soweit ich das überblicken konnte, nichts weiter passiert. Ein Läuferpärchen das offensichtlich zu meinem Läuferdunstkreis gehörte, meinte, ich würde wohl niemals aufgeben. Hä? Aufgeben, was ist das? Wer will hier aufgeben? Wie sich herausstellte, hatten die beiden mit dem Gedanken gespielt, am Grenzadler auszusteigen. Aber doch nicht so kurz vor'm Ziel, protestierte ich. Klar, war es jetzt ätzend, aber das ist bei einem Ultra in diesem Stadium normal! Ich bekam noch mit, wie die beiden sich darauf einigten, doch noch weiterzulaufen.

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum... schrabb, schrabb, schrabb... Ich werde noch wahnsinnig! Zum Glück kam wieder eine größere Verpflegungsstelle. Ich begutachtete ausgiebig die Menükarte. Bloß nicht den Schleim und das Salz verpassen! Jetzt musste doch endlich mal dieser dubbelige Grenzadler kommen! Wie sich herausstellte, hatte ich ihn doch glatt verschlafen. Doch einen fiesen Anstieg gab's noch – den Beerberg, der höchste Punkt der gesamten Strecke, was man auch an den letzten Schneeresten am Wegesrand sah. Noch 15 km waren zu laufen. 6:40 Stunden war ich zu diesem Zeitpunkt schon unterwegs.

Inzwischen fühlte ich mich in meine Anfängerzeiten zurückversetzt – ein Stückchen laufen, ein Stückchen gehen, denn es kündigten sich Wadenkrämpfe an. Die folgenden 10 km gingen deshalb nur in äußerst trägen 1:30 Stunden weg. Ich versuchte nun, mit so wenig Kraftaufwand wie möglich zu laufen. Hauptsache, ankommen!

Nachdem nun endlich auch der Beerberg bezwungen war, wurde mir von verschiedenen Seiten versichert, ab jetzt ginge es nur noch runter. Doch nun waren mir auch die kleinsten Anstiege zu viel. Selbst auf der Ebene musste ich teilweise gehen. Ich war am Ende. Nur noch 3,2 km, rief mir ein Läufer zu. Bei km 70 wurde es wieder etwas besser, so dass 71 und 72 schnell erreicht waren.  Nach 8:50 war's geschafft! Dies war der härteste Lauf, den ich jemals hatte – dennoch: das schönste Ziel der Welt ist Schmiedefeld!

Fazit: Ob ich es dieses Jahr an Weihnachten über mich bringe, mir eine Fichte, schlimmer noch, eine „Nordic Fichte“ ins Haus zu holen, muss an dieser Stelle offen bleiben! ;-)

Trainingslauf 60 KM Museums-Radweglauf

Von Nürtingen nach Weil der Stadt

Am 18.04.2010 um 8:00 Uhr starten wir in Nürtingen Hardt (Grötzingerstrasse 22 L1185) mit einem läuferfreundlichen 6er Schnitt und schauen , wie lange wir den halten können. Der langsamste gibt das Tempo vor !

In Schönaich werde ich ein Auto zur Getränkeversorgung deponieren. Ansonsten ist Gertänkegürtel oder Laufrucksack Pflichtausstattung.Sonst könnte es passieren, dass wir ein zweites Soldatengrab ausheben müssen.

Den Rückweg von Weil der Stadt machen wir mit den öffentlichen Verkehrsmittel , ausser wir finden bis dahin noch einen , der sich erbarmt und uns zurückfährt.Bitte meldet Euch bei mir wenn Ihr Interesse habt, damit wir eine Fahrgemeinschaft nach Nürtingen organisieren und auch ausreichend Treibstoff beschaffen können.

Tel 07157-27548

Mail :good-run@gmx.de

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Bis dahin good run

Jürgen

 

Radlrundlauf am Sonntag, 28.03.2010

Pünktlich um 8.30 Uhr NEUER Zeit - Sommerzeit - sind wir am Waldstation in Dagersheim zum Radlrundlauf gestartet. Der erste Verpflegungspunkt bei Stefan Merz in Maichingen wurde angesteuert. Nach ca. 8km war dieser erreicht und es wurde reichlich aufgetischt. Stefan verabschiedete sich und machte sich in den wohl verdienten Urlaub nach Venedig auf! Nein, wir sind nicht neidisch, wir gönnen es ihm!!! Weiter ging es teilweise auf der Strecke des Glaspalastlaufes in Richtung Sinderfinger Wald. Vorbei am Breuningerland in das Laufrevier des Therme-Lauftreffs. Beim Waldheim befand sich der 2. Verpflegungspunkt. Anschließend führten uns die letzten 15km auf der alten Panzerstraße vorbei an den US-Kasernen in Richtung Dagersheim zum Ausgangspunkt. Die Strecke war sehr abwechslungsreich, mal durch den Wald, mal auf der freien Flur, mal Waldweg, mal Teerweg und mal rauf, mal runter. Die Gespräche waren lustig und teilweise auch ein bisschen "gehässig", gell Florian und Volker!!! ;-) Die zwei sind ziemlich übermütig, ihr großer Ausflug nach San Francisco steht vor der Tür. So soll es sein!!! Und eigentlich hätte das auch vollkommen gereicht, zumindest empfanden dies fünf der zehn Teilnehmer so. Warum nur können wir es nicht bei 36km belassen? Das ist doch eigentlich mehr als genug. Doch was sind 36km wenn der Marathon doch so nahe ist? Also gut, wie zu erwarten war, gab es noch ein Bonus-Ründle zum Radl-Rund!!

Jürgen Baumann hat auch gleich noch einen weiteren tollen Lauf in Aussicht gestellt. Lasst euch überraschen, genauere Informationen folgen!!!

Schlotti läuft 1000 Meilen

Es sollte nicht sein - erstmals in seiner bisher sehr erfolgreichen Ultraläuferkarriere, wobei er in den

Kontinental - 5000 KM - Etappen - und Mehragesläufen zur Weltspitze gehörend ist, musste "Schlotti" ein Rennen vorzeitig beenden. Zu kurz war die Regenerationszeit nach dem letztjährigen 4500 Km Lauf von Bari bis zum Nordkap. Es mangelte nicht an der Kondition, nein der Körper (Fuß) machte nicht ganz mit.

Und doch, beginnenend lief er in den ersten 24 Stunden 174 Km, in 48 Stunden lief er 316 Km in nach 3 Tagen hatte er 448 Km, das ist im Schnitt fast 150 pro 24 Stunden. In 144 Stunden (6 Tage) verbuchte er noch 747 KM also noch 124,5 Km pro Tag und das alles nicht in bester Verfassung. Endgültig aus dem Rennen ging er nach 6 Tagen 6 Stunden 3 Minuten und 21 Sekunden mit 757 Km.  

 http://www.dayrunners.gr/

Hans Jürgen, das muss man erst mal laufen können. Hut ab vor deiner Leistung, wenn auch deine Zielsetzung nicht aufging.

Die Tausendfüßßler